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Acer Aspire One A150X

Acer Aspire One

Plötzlich musste jeder so eins haben. Es ist noch nicht so schlimm wie mit einem iPod, aber diese merkwürdigen kleinen Mini-Notebooks scheinen sich zu verkaufen wie geschnitten Brot. Ich konnte bislang eigentlich noch ganz gut widerstehen. Klar, ich bin viel unterwegs, aber wollte ich mir wirklich ein Notebook kaufen, dessen Daten sich so lasen als hätte ein Hersteller sein Teileregal aufgeräumt und alles, was schon länger als 2 Jahre da drin liegt in einen Mini-Computer eingebaut?

Die technischen Daten des Acer (120 GB Festplatte, 1.6 GHz Taktfrequenz und 1 GB RAM) klangen jedoch nach einem wirklich nutzbaren Arbeitsgerät für verhältnismäßig wenig Geld und auf wenig Raum gepackt. Also musste ich auf den Bestellknopf klicken - ging einfach nicht anders - und bin nun auch ein Mitsurfer auf der allgemeinen Netbook-Welle.

Auspacken und erstes Einschalten

Die geringe Größe des Acer hat mich beim Auspacken wirklich nochmal überrascht. Und trotz der Abmessungen und des Preises (unter 400 Euro) wirkt das Teil sehr wertig. Ich habe mich für die weiße Variante entschieden (es gibt den Acer auch in Blau, aber das bestellen vermutlich die meisten, also ist das weiße "individueller". Alles ist etwas, nein, viel kleiner als man es erwartet. Trotzdem schlägt die Tastatur gut an und und ist auch mit dicken Fingern noch gut bedienbar. Das Display ist hell, spiegelt weniger als befürchtet und die vertikal etwas geringere Auflösung (1024 x 600 Punkte) stört beim Schreiben von Texten oder Internet-Surfen kaum.

Ich habe die XP-Variante gekauft, die mit einem vorinstalliertem XP Home daherkommt und (leider) einer Menge vorinstallierter (Test-)Software daherkommt: Wer braucht eine 60-Tage-Testversion von Office 2007, wenn gleichzeitig Microsoft Works installiert ist? Dennoch - die Festplatte ist derart üppig für die Größe und die denkbaren Einsatzzwecke des Acer, daß man zur Not noch nicht mal etwas deinstallieren muss.

Ich habe mich jedenfalls für OpenOffice und Gimp entschieden - irgendwie passt das Microsoft-Paket zu dem kleinen Knirps nicht. Klar, ich hätte auch gleich Linux installieren können, aber ich muss es leider zugeben - ich bin inzwischen an Windows viel zu sehr gewöhnt, um aus purem Wunsch, anders zu sein, mich mal eben mit KDE oder Gnome auseinanderzusetzen.

Ohrenstöpsel und Kabeltrommel nicht im Lieferumfang enthalten

Zwei Ärgernisse bietet der Acer aber dennoch: Der Lüfter schnarrt ziemlich laut und läuft zunächst quasi permanent. Ich wollte es anfangs garnicht glauben, das es sich bei diesem nervtötenden Geräusch um die "normale" Geräuschkulisse dieses kleinen Zwerges handelt. Erst ein Blick in diverse Internet-Foren offenbarte, daß tatsächlich viele (oder sogar die meisten) den lauten Lüfter bemängeln. Auf der anderen Seite scheint es bei der Produktion eine ziemliche Serienstreuung zu geben, denn es begegnen einem auch immer wieder Berichte, in denen ausdrücklich darauf hingewiesen wird, der Lüfter sei praktisch nicht zu hören. Ich unterstelle einfach mal, dass die Betreffenden nicht taub waren und ihren Acer in relativ ruhiger Umgebung betreiben.

Wie auch immer - ein findiger Programmierer hat für diejenigen mit einem lauten Lufter bereits Abhilfe geschaffen und ein FanControl-Tool geschrieben, welches die Drehzahl des Lüfters temperaturabhängig absenkt / und schlagartig kehrt Ruhe ein. Die Software kann man hier herunterladen. Ob und wie man dadurch riskiert, dass vielleicht die eine oder andere Komponente im Gerät wärmer wird als geplant und dadurch die Lebenserwartung der Technik reduziert wird, sei dahingestellt. Wer jedenfalls nicht mit Ohrenstöpseln am Acer arbeiten will, sollte zu diesem Hilfsmittel greifen.

Ein anderes Ärgernis ist der Akku. Zugegeben, für knappe 400 Euro kann man vielleicht nicht verlangen, ein hochwertig verarbeitetes Notebook UND einen Hochleistungsakku zu bekommen. Aber wenigstens als Zubehörteil oder gegen Aufpreis serienmäßig wäre es schön, wenn man sich zu den normalen 2 Stunden noch etwas mehr Laufzeit dazukaufen könnte. Geht aber momentan nicht für Geld und gute Worte. In den USA fand ich eine Seite, auf welcher der 6-Zellen-Akku angekündigt worden ist. Für 199 Dollar. Das wäre trotz des für uns günstigen Dollarkurses ein ziemlicher Haufen Geld, verglichen mit den Anschaffungskosten des Acer. Also bleibt zunächst nur die Lösung, immer in Reichweite einer Steckdose zu bleiben.

Kultartikel

Natürlich habe ich fast fünf Stunden lang die ganze Systemkonfiguration auf den Kopf gestellt, Software deinstalliert, neue Software installiert. Am Ende kam tatsächlich ein angenehm schlankes Windows XP heraus, das schnell startet. Zusätzlich habe ich OpenOffice zum Texte schreiben, Firefox zum Browsen und für alles andere den VMWare-Player installiert.

Acer Aspire One

Letzteres ist wirklich eine Idee, die sich auch bei meinen anderen Computern bewährt hat. Ich installiere auf dem Basis-System nur, was ich wirklich immer und schnell brauche, alles andere kommt in eine virtuelle Maschine, die ich nur bei Bedarf starte. So bleibt das Basissystem "sauber" und immer (fast) so schnell wie am ersten Tag. Und trotz der kleinen Dimensionen des Acer läuft die virtuelle Maschine ohne spürbare Verzögerungen, auch dieungewöhnliche Bildschirmauflösung schaltet sich automatisch um - also wirklich 'ne Empfehlung, wenn man sein neues System nicht gleich kaputt konfigurieren will.

Was ich beim Suchen im Internet festgestellt habe, ist, daß der Acer offenbar ähnlich wie der eeePC von Asus fast schon eine Art Kultstatus hat. Es gibt gleich mehrere Seiten, die sich ausschließlich mit allen Themen rund um den Acer auseinandersetzen, zum Beispiel das AAOWiki.

Rückblende

Es ist sicher kein Geheimnis, dass das Thema "sehr kleines Notebook" beileibe nicht das erste Mal in Angriff genommen wird. Wenn ich mal in Nostalgie schwelgen will, kann ich auf meinem Schreibtisch gleich eine ganze Zwergenfamilie aufstellen. Da wäre zum einen mein HP Omnibook 800 CT, eines der schönsten Notebooks, dass ich kenne. Und auch eingefleischte Apple-Fans müssen sich mit ihren PowerBooks, die etwa zur gleichen Zeit auf den Markt kamen, beschämt zurückziehen, denn was HP mit diesem Gerät an Design vorgelegt hat, blieb lange Zeit unerreicht. Aber nicht nur das - auch technische Details wie die ausklappbare Maus und das mit 800x600 Punkten für damalige Verhältnisse ausgesprochen hochauflösende TFT-Display setzten Maßstäbe. Und ich hätte mir den Acer niemals gekauft, wenn es für meinen HP für vertretbares Geld eine Speichererweiterung auf 128 MB und einen neuen, leistungsstarken Akku gegeben hätte. Denn um ein paar Texte unterwegs zu schreiben und die eine oder andere Mail zu versenden ist der HP mit seinem 166 MHz-Pentium-Prozessor noch schnell genug.

HP Omnibook 800 CT, Acer Aspire One, HP Jornada

Ein anderer, noch radikalerer Vertreter ist mein HP Jornada, der mit seinen 8-9 Stunden Akkulaufzeit praktisch jede Reise übersteht. Allerdings ist das Display sehr klein, die Netzwerkfähigkeiten beschränkt und die Tastatur auch bei sehr viel Idealismus nicht für lange Texte geeignet. Zumal die Synchronisation mit einem PC wegen der alten IntelliSync-Software und der USB 1.1-Schnittstelle recht behäbig vonstatten geht.

So war denn die Anschaffung des kleinen Acer aus technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten heraus durchaus logisch - auch, wenn ich meinen "Antiquitäten" gerne noch eine Weile treu geblieben wäre.

Fazit

Der kleine Rechenknirps ist jetzt ein paar Wochen alt und ich hab mich schon richtig daran gewöhnt, ihn immer in meiner Nähe zu wissen. Und mein ursprüngliches Vorurteil zu Netbooks (alte Hardware im neuen Gewand) ist genau dies - ein Vorurteil.

 

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